Hauptfeld beim Smart Beachtour Debüt

sbt_nuernberg

Smart BeachCup Nürnberg

Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit. Nachdem wir es uns schon lange vorgenommen hatten stand dieses Wochenende der Mond günstig und wir kamen Dank einer Wildcard zu unserer ersten Smart Beach Tour Teilnahme.

Der ganze Spaß fand im Herzen Nürnbergs statt.

Fabi und ich nahmen uns vor jede Minute zu genießen und das taten wir bereits auf der Hinfahrt freitagmorgens: Im Prinzip saß in unserem Grafinger Manschaftsbus eine kleine bayerische Beach Volleyballer/innen Delegation, die sich tapfer Mut einredete. Die letzten zwei Ballartisten sammelten wir in Worzeldorf ein, der Nürnberger Stadtteil wo die Einwohner eine artikulationslose Geheimsprache entwickelt haben. Manchmal versteht man sie nur schwer, manchmal gar nicht.

In Nürnberg angekommen waren wir zunächst doch allesamt schwer beeindruckt. Der Centercourt wurde von drei großen Haupttribünen umfasst, auf denen sicherlich 1000 Zuschauer Platz fanden. Selbst die drei Side Courts waren so aufgebaut, dass um jedes Feld eine ganze Traube an Fans anfeuern konnte. Zwischen Center Court und Side Courts stand der große Moderationsturm. An den Rändern waren jede Menge Spielsachen aufgebaut. Zum Beispiel ein Surfbrettrodeo, auf dem unser lieber Flo Schweikart wohl den ganzen Tag verbracht hätte. Oder einen 2 Quadratmeter Smart-Wendeplatz, wo man seine Einparkkünste beweisen durfte. Es wurde Eistee verschenkt. Sonnenbrillen, einfach alles was man im Sommer so brauchen kann. Auch sehr beeindruckend die Sky Lounge, in der die ganze Zeit DFB Pokal übertragen wurde.

Im Spielerbereich gabs Getränke, Obst, Kuchen, Frühstück und Mittagessen for Free. Eieieiei, soviel Ablenkung, Star-Gefühl und Verführungen, es fiel mir schwer ein bisschen mit den anderen Ball über die Schnur zum Eingewöhnen zu spielen. Dabei fiel vor allem auf, dass die Netzmaschen auf der Smart Tour viel Enger sind. Somit kann man noch fester ins Netz schlagen, ohne einen Schaden zu setzen.

Nach dem Technical Meeting durften wir endlich loslegen. Da wir selbstverfreilich auf dem letzten Platz gesetzt waren konnten wir in jedes Spiel als Außenseiter reingehen. Erstmal gings gegen die an 7 gesetzten Bevers/Geukes. Selbst der Fabi war ein paar Jahre älter und so konnten wir unsere Weisheit dazu benutzen sie in 3 Sätzen fertig zu machen. Der Jubel hielt allerdings nur kurz an, weil wir uns ausrechneten, dass dieser Sieg eigentlich nix Wert ist. Sollten wir das nächste Spiel verlieren, sind wir soweit wie vorher. Gemacht getan. Gegen die an 2 gesetzten Rudolf/Wernitz spielten wir unglücklich und verloren aus meiner Sicht vollkommen unnötig ebenfalls in drei Sätzen. Um die Quali zu schaffen mussten wir drei weitere Partien gewinnen und das bei über 40° Hitze! Genau für diesen Moment hatten wir das ganze Jahr trainiert. Wir haben diese Saison eigentlich kaum eine Möglichkeit ausgelassen so schnell wie möglich in die Loserrunde einzuziehen und dort teilweise bis zum Turniersieg zu gehen. Auch die Temperaturen waren wir von Ebersberg und Augsburg gewohnt. Wir waren also bestens gewappnet. In einem Dreisatzkrimi konnte zunächst Benthien/Krüger besiegt werden. Das war übrigens das einzige Team des gesamten Turniers, in dem der Blockspieler kleiner als ich war. Viele Frauenteams mit eingeschlossen.

Ab jetzt hieß es für mich nur noch beißen. Das wussten die Gegner. Just/Stark schickten mich ständig kurz-lang in der Annahme, versuchten mich und damit uns, über die Kondition zu knacken, wie sie auch später zugaben. Im ersten Satz konnte ich noch dagegen halten. Durch viele Sprungaufschlagasse besiegten wir sie 15:13. Mitte des zweiten Satzes aber mussten wir abreißen lassen. Ich musste die Kräfte schonen und schenkte zur Verwunderung meines Abwehrspielers ab. Aber eben nur um im dritten Satz wieder alles zu geben und so konnten wir das Spiel noch knapp mit 16 zu 14 über die Ziellinie retten. Ich war praktisch schon komplett leer. Jetzt ergab sich aber folgende Konstellation: Wir spielten das letzte Spiel des Tages auf einem vollen (!!) Center Court gegen den Bayerischen Meister Beck/Noack. Die hatten uns eine Woche zuvor knapp im Halbfinale geschlagen und uns damit vom Thron gestoßen. Außerdem haben sie in Bayern erst ein einziges Spiel verloren und das ganz am Anfang auf einem relativ unwichtigen Beach Cup Turnier. Also nochmal alles raushauen was geht. Hilft ja nix. Die Mädels Karnbaum/Niemczyk erkannten unsere Not und fütterten uns mit isotonischen Getränken, Power Riegel und Tabletten. Zumindest der Placebo Effekt hilft in so einer Notsituation auch einem Arzt.

Ohne Aufwärmen gings jetzt rein ins Spiel. Wir konnten uns im ersten Satz überraschend ein kleines Polster erspielen, welches bis zum Ende reichen sollte. 15:13. Zweiter Satz gleiches Spiel wie im vorherigen Match. Auch wenn das mit Fabi‘s Logik nicht zu vereinen ist, musste ich wieder den zweiten Satz her schenken. Da ging einfach nix mehr. Im dritten Satz beim Stand von 14:13 für uns dann ein kleines Blackout meinerseits. Der fiese Yannic hat mich wieder mit so einem Aufschlagsaal an der Außenschulter erwischt. Die Annahme suboptimal. Mein ebenfalls fertiger Partner konnte nur noch im Bagger mir in den Rücken zuspielen. Blockfrei. Somit boten sich für mich zwei Möglichkeiten: Entweder voll draufzuhauen und zu hoffen, dass es wie in 90 % der Fälle ein Punkt wird, oder einen technisch anspruchsvollen kurzen Drive-Schlag auspacken, der bei so einem schnellen Abwehrspieler wie dem Yannic nur zum Erfolg führen kann, wenn er bei denen auf den ersten Meter fällt und dessen Gesamtchancen somit bei unter 2 % standen. Ich entschied mich für zweitere Variante und war am Ende froh, dass der Ball immerhin noch die untere Netzkante berührte. Ein Raunen ging durch das begeisterete Publikum. Sowas Dummes haben mir selbst die Freunde zuhause vor dem Live Stream nicht zugetraut. Kurz geschüttelt, noch zwei saubere Side-outs gespielt und am Ende den Yannic geblockt.

Somit standen wir nach 15 Sätzen am Ziel: Einzug Hauptfeld! Yeah!! Dasselbe gelang unseren Freunden Julius Höfer und Carsten Vielmeier sowie den heißen Twinnies Krissi und Kathi Standhardinger. Ein unbeschreibliches Gefühl! Bayern des samma mir!!

Der wortkarge und bescheidene Harry Schlegel bot uns seine Wohnung zum Grillen und übernachten an, was ich sehr gerne annahm. Somit konnten wir den Tag nochmal Revue passieren lassen und uns viele Tipps für die nächsten Spiele abholen. Die waren aber gar nicht nötig. Der Spannungsabfall und der körperliche Zustand ließen nicht noch einen Sieg am nächsten Tag zu.

Es war trotzdem eine Ehre gegen die Deutsche Nummer 4 Holler/Schröder zu spielen und im zweiten Spiel die Erkenntnis zu gewinnen, dass alle Manschaften zwischen Platz 13 und uns an einem guten Tag wirklich machbar sind. Lohmann/Wacker besiegelten in einem engen Match unser Ausscheiden.

Nürnberg war ein super gelungener Saisonabschluss! Fabi und ich konnten gegen Ende der Saison unsere besten Leistungen wieder abrufen und hatten jede Menge Spaß !

Jetzt geht’s endlich wieder in die Halle, auf die wir uns auch schon wieder riesig freuen!

Beste Grüße

Euer Smart-Beach-Team Konsti Schmid und Fabi Wagner

FaWa

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