Ebersberg eskaliert!

Grillen bei den Schmidwagners

Bayerischer Vize-Meister 2017 Ebersberg

Was war das für eine Meisterschaft? Wetter und damit eingeplanter Sonnenbrand auf Fabis Nasenspitze: Check! Perfekt organisiertes Turnier durch Beach2Go: Check! Turniersieg bei den Damen durch unsere Lieblinge Kettenbach/Mirtl: Check! MVP oder bester Abwehrspieler (aus meiner Sicht seit 2011 eigentlich jedes Jahr beides)- Fabi Wagner: Check! Obwohl auch Julius Höfer nächstes Jahr für Grafing in der zweiten Bundesliga an den Start gehen wird (der bislang wohl größte Coup von Manager Johannes Oswald) galten die Sympathien der Zuschauer mit Sicherheit uns. Ich schätze ca. 1500 Kehlen feuerten uns in ohrenbetäubender Lautstärke an. Jeder Punkt wurde frenetisch bejubelt. Fabi und ich sind uns einig: Vor so einer Gänsehautatmosphäre hatten wir noch nie die Ehre zu spielen. Die Zuschauer trugen uns von ganz allein von einem spielerischen Höhepunkt zum anderen. Unmögliche Abwehrbälle wurden von Fabi im Spiel gehalten. Blockstafetten am Netz, Pog-Zuspiele, Sprungaufschlag-Asse … Es war alles geboten. Dieses ganze Spektakel gegen eine Mannschaft die letztes Jahr am Timmendorfer Strand unter den besten 16 Teams Deutschlands um die Deutsche Meisterschaft kämpfte und auch dieses Jahr wieder darum kämpfen wird – Doranth/Höfer. Mit soviel Gegenwehr und so wenig Angst hatten die zwei nicht gerechnet und mussten sich in zwei Sätzen geschlagen geben. Auch im Internet schlug diese Sensation ein wie eine Bombe. Der Bayerische Rundfunk übertrug den Großteil der Meisterschaft live in einem Online-Stream, kommentiert von Tim Noack, der jeden einzelnen Spieler in und auswendig kennt. Dementsprechend lustig und unterhaltsam war dieser Service, auch wenn aufgrund von Überlastung das Bild das ein oder andere Mal wackelte. Kommentare wie „Der Unfallchirurg kanns nicht nur mit dem Skalpell, sondern auch mit dem Breitschwert“ sind jetzt schon legendär. All das führte zu noch mehr Andrang für das Finale gegen Kroha/Schlegel. Um auf den Center Court zu gelangen, mussten wir die in drei Reihen stehenden Zuschauer zur Seite schieben. Wir konnten die Ausgelassenheit und Euphorie des Halbfinales noch mit in den ersten Satz retten. Auch hier gewannen wir durch spektakulären Volleyball mal wieder weit in der Satzverlängerung mit 27:25. Danach konnten wir unser Niveau aber leider nicht halten. Wir boten immer noch sehr guten Sport, keine Frage, aber dieses selbst übertreffen und über dem Limit spielen ging in Satz zwei und drei leider nicht mehr. Auf der Gegenseite spielten Harry und Lenni weiterhin fehlerfreien Volleyball. Die Shots vom 19 jährigen Abwehrspieler waren wie Messerstiche. Schleichend setzten sie sich ab. Bei uns fehlten jetzt die letzten Körner. Im dritten Satz konnten wir nochmal von 5:8 auf 7:8 anschließen. Den folgenden Punkt verwertete Harry mit einem diagonalen Schlag an die Netzkante und im Anschluss erzielte er ein Netzroller- Ass. Das war der Genickbruch für uns. Wir gratulieren den zwei sympathischen Männern zum verdienten ersten Platz. Lenni Kroha ist jetzt mit 19 Jahren der jüngste Spieler, der Bayerischer Meister ist. Er spielt schon so abgezockt, unfassbier. Wir hatten eigentlich gehofft, dass ihm in so einem Spiel ein bisschen die Nerven versagen, aber Pustekuchen. Wir entschuldigen uns auch bei allen Bekannten von Harry Schlegel, vor allem bei seiner Freundin. Das Geschwätz wird in den nächsten Monaten ins Unerträgliche gehen. Aber man muss ihn einfach gern haben! Ein weiser Mann (Harry Kaupa) hat mir mal vor ca. 10 Jahren gesagt, dass Beach Volleyball ein ziemlich frustrierender Sport ist. Es starten je nach Teilnehmerfeld bis zu 24 Teams bestens gelaunt und voller Optimismus in ein Turnier. Am Sonntagabend jedoch ärgern sich 23 Teams und hadern mit ihrem letzten Spiel und nur ein einziges Team ist zufrieden. Wir wollen hier mal eine Ausnahme darstellen: Fabi und ich sind mächtig stolz auf unsere Leistung. Der zweite Platz ist ein riesiger Erfolg, die gebotene Leistung im Halbfinale gegen die Topfavoriten Julius und Bene kann uns keiner mehr nehmen. Wir konnten viele Menschen für diesen großartigen Sport begeistern. Nach dem Turnier waren unsere Unterschriften und Fotos heiß begehrt. Kinder fragten uns wo man Beach Volleyball lernen kann. Natürlich in Grafing und Mühldorf. Und auf keinen Fall in Herrsching oder Dachau war unsere prompte Antwort! Wobei ich an dieser Stelle auch sagen muss, dass man im Alter etwas milder wird. Samstagabend war das halbe Teilnehmerfeld bei uns Zuhause in Frauenreuth und aßen meiner armen Mama bis 1 Uhr nachts die Haare vom Kopf. Egal ob aus Strohdoof, Dachau, Herrsching, Köln oder Rio de Janeiro. Das sind schon alles gute Mädels und Jungs. Ich bin sehr glücklich Teil dieser Volleyball-Familie zu sein! Kichernd muss ich noch die Fehleinschätzung des Moderators Georg Kettenbohrer erwähnen als er vor dem Finale ankündigte, dass im Gegensatz zu Kroha/Schlegel, die ohne Niederlage bis ins Finale spaziert sind, das Turnier für das Team Schmid/Wagner nicht nach Plan verlaufen sei. Immerhin verloren sie gleich ihr erstes Spiel gegen Karnbaum/Strohbach. Eigentlich müsste uns der erfahrene Schorschi inzwischen so gut kennen um zu wissen, dass unser Plan voll aufgegangen ist! Bitter für den neu-Grafinger Pablo Karnbaum und dem besten Außenangreifer der ersten Liga, Tom Strohbach: Obwohl sie in einem Turnier Doranth/Höfer und Schmid/Wagner geschlagen haben reicht es nur für Platz 3. Noch bitterer: Sie mussten sogar ein Spiel mehr durchstehen als wir. Das ist eine Seltenheit! Aber sie sind auch jünger und stecken das bestimmt besser weg. Nach und nach kämpften wir uns in dieses Turnier. Der eitle Hahn unter den Teilnehmern, Daniel Müller, konnte uns mit seinem Partner Carlos Burgis nicht stoppen. Aber die Frisur sitzt! Carlos Burgis spielt in der Halle mit mir in Deggendorf. Die Entwicklung dieses Ausnahmesportlers ist beachtlich. Der neunte Platz bei der Bayerische Meisterschaft mit Sicherheit sein bislang größter Erfolg. Noch ein paar Plätze besser kletterte mein zweiter Deggendorfer Padawan, Paul Seidel: Platz 5. Er hat aber auch einen alten Fuchs, die selbsternannte „Legende“ Makke Zimmerer an seiner Seite. Im Achtelfinale kam es auf den Side-Courts zum ewigen Duell gegen meinen vor Urzeiten ehemaligen Partner Dominik Budger mit Kollege Marco Vogel. Weil es bei diesen Duellen immer hitzig her geht, versuchten wir vor dem Spiel noch ein paar ca. 9 jährige Fußballkinder zum Anfeuern zu motivieren. Das taten sie auch, allerdings für die Gegner „weil die lustiger sind“. Da verschlägts einem doch die Sprache! “Die kennen diese zwei Vögel aber schlecht!” dachte ich mir. Vor ca. 50 Zuschauern besiegten wir unsere Freunde überraschend deutlich mit 29:27 und 22:20. Auch das Viertelfinale gegen die Sagstetter-Buam (und nicht Brandstetter!! Immer verwechsel ich die Namen, was vor allem beim Papa nicht gut ankommt) konnten wir mega souverän mit 21:18 und 29:27 gewinnen. Hier war im ersten Satz noch ein Punkt Luft. Vielleicht hätten wir uns da nicht so übertrieben reinhängen sollen. So steigerten wir uns von Spiel zu Spiel. Der weitere Turnierverlauf ist Geschichte. Was bleibt von dieser Saison? In 4 Turnieren wurden wir einmal Erster, einmal zweiter, einmal dritter und einmal vierter. Ich habe gelernt, dass halbfeste Schläge und der kurze Pog auf die 2 (also müsste die 2 sein. Rechts vorn halt. Aus Gegner Sicht. Egal) keinen Erfolg hat. Fabi und ich hatten wieder mächtig viel Spaß und konnten vor allem in Ebersberg beweisen, dass wir es auch ohne gemeinsames Training in den letzten 2 Jahren noch drauf haben. Wir gehen jetzt hoch motiviert wieder in die Halle. Fabi hat in Grafing mit Sicherheit eine großartige Saison vor sich. Eine so vielversprechende Mannschaft hatte der TSV noch nie. In meinen Augen mit Fabi den besten Zuspieler der Liga, mit Julius Höfer den besten Außenangreifer der Liga, mit Piel Zierhut den besten Diagonalspieler der Liga und mit Domi Dreier den mächtigsten Bizeps der Liga. Ich hoffe sehr, dass man diesmal seit gefühlt 10 Jahren nicht im Abstiegskampf stecken wird, sondern endlich mal oben angreifen kann. Ich selbst werde für den TSV Deggendorf alles geben und zwar endlich endlich endlich auf meiner Wunschposition: Diagonal. Dann kann ich vielleicht auch mal einen Ball blocken! Danke für die warmherzige Unterstützung!

Peace out! Schmid-Wagner

FaWa

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