Großer Sport gegen namenhafte Teams in Kempten und Ebersberg

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BVV Beach Masters Kat. 1+ Ebersberg

Die Saison geht in die entscheidende Phase. Die wirklich wichtigen Turniere, wegen denen man am Ende den Sport so sehr liebt, fanden dieses Jahr Mitte Juli in Kempten und Ebersberg statt. Teams aus ganz Deutschland gaben sich hier die Ehre: Ich möchte hier nur diejenigen Teams kurz vorstellen die aktuell zu den Top 20 der deutschen Rangliste zählen: Rangliste 18 Harms/Peemüller: Letztendlich Platz 4 in Kempten und 9 in Ebersberg. Gaben mir den Rat öfter auf die 6 zu schlagen. Die Legende Benjamin Pfister korrigiert das gewalttätige altdeutsche Verb „schlagen“ auf das ebenso gewalttätige neudeutsche Verb „shotten“. Rangliste 16 Dollinger/Kulzer: Unsere zwei bayerischen Vertreter, die keine Kosten (Kulzer) und Mühen (Dollinger) scheuen, um sich für internationale Turniere zu qualifizieren. Armin Dollinger wurde 2015 bereits deutscher Meister. Trotzdem schafften sie es in beiden Turnieren nicht ins Halbfinale. Damit sollte auch der Traum für die Qualifikation zur bayerischen Meisterschaft ausgeträumt sein. Es bleibt hoffentlich der schwache Trost der Qualifikation zur deutschen Meisterschaft. Rangliste 14 Wolf/Wolf: Das Wolfsrudel gab sich nur die Ehre in Kempten. Hier konnten sie sogar das Turnier gewinnen, was ihnen 200 wichtige deutsche Punkte eingebracht hat. Die zwei jungen und sympathischen Rüsselsheimer besiegten uns in der zweiten Gewinnerrunde knapp mit – na klar- 2:1. Den ersten Satz konnten wir dank starker Sprungaufschläge und guter Block/Feldabwehr mehr als deutlich mit 15:7 gewinnen! Pünktlich zur entscheidenden Phase der Saison zeigen wir unseren besten Volleyball. Es fehlte in dem Spiel nicht viel, um die große Überraschung wahr zu machen. Im dritten Satz kratzte Georg Wolf (Namensvetter von einer Eittinger Legende) einen sehr gut gespielten Cut aus der Ecke und die beiden verhinderten den entscheidenden, sicheren Punkt. Solche Situationen entscheiden eben große Spiele und das muss man akzeptieren. Rangliste 13 John/Stadie: Die beiden traten lediglich in Ebersberg an, aber wie: Erster Platz! Sie konnten das Finale überraschend gegen Becker/Schröder gewinnen. Auf dem Weg dorthin konnten sie sich knapp mit -na klar- 2:1 im Viertelfinale gegen uns durchsetzen. Wir waren somit eins von zwei Teams, die den beiden Ausnahmekönnern überhaupt einen Satz abtrotzen konnten. Der dritte Satz begann um 20:45 Uhr und wer weiß, ob da nicht noch mehr drin gewesen wäre, würde mein Partner nicht genauso zu seiner Sehschwäche stehen wie ich und sich Kontaktlinsen anschaffen. Er sprach nach dem Spiel von vollkommener Finsternis und stark erschwertem Side-out! Trotzdem gelang es uns gegen den Deutschen Vizemeister von 2017, Erik Stadie, das Ebersberger Publikum auf unsere Seite zu holen. Wir lieben unser Heimturnier sehr und sind gespannt, was uns Beach2Go nächstes Jahr alles bieten wird. Dieses Jahr war eine riesige Leinwand aufgebaut, Nebelkanonen zum einlaufen und eine Live-Übertragung aus mehreren Perspektiven. Unglaublich! Weiter so Dieter und Bartl, dann wird die deutsche Beach Prominenz wieder Schlange stehen! Rangliste 12 Rudolf/Wernitz: An Position 2 in Ebersberg gesetzt verschliefen die beiden den Turnierstart und mussten sich völlig überraschend den an 15 gesetzten Müller/Vogel geschlagen geben. Diese wuchsen sportlich und verbal in diesem Spiel über sich hinaus! Obwohl sich Rudolf/Wernitz noch durch die Looser-Runde vorwärts kämpften reichte es nur zu Rang 7. Das hatte sich das deutsche Spitzenduo sicher anders vorgestellt. Nachher erklärten sie mir, dass sie mit der „bayerischen Spielweise“ überhaupt nicht klarkommen würden und froh sind, dass nicht mehr von uns auf der deutschen Tour angreifen können. Ich denke nicht, dass wir sie in Bayern wieder sehen werden. Schade, aber wir nehmen es als Kompliment für unsere BVV Serie! Rangliste 5 Becker/Schröder: Die zwei fühlen sich pudelwohl in Bayern. Paul Becker lässt sich des Öfteren auf Turnieren in Kempten, Ebersberg oder Herrsching blicken. Im Schnitt würde ich sagen einmal pro Jahr. Dieses Jahr gab er sich zusammen mit Jonas Schröder die Ehre in Ebersberg. Die beiden gehören wohl hinter einem gewissen Clemens Wickler zu den besten Abwehrspielern Deutschlands. Weil es mit einem Blockspieler an ihrer Seite zu einfach ist spielen die zwei Spaßvögel einfach zusammen und blocken abwechselnd – und das verdammt erfolgreich: Letztes Jahr konnten sie die Turniere der Techniker Beach Tour in Kühlungsborn, St. Peter-Ording und Leipzig gewinnen und erreichten einen für sie nicht ganz zufriedenstellenden 5ten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Es ist jedes Mal eine Ehre die beiden in Bayern begrüßen zu dürfen. Sie verloren in Ebersberg nur 3 Sätze. Zwei davon im Finale und einen Satz gegen Beck/Doranth. Wenn ich schon unsere Freunde erwähne: Die zwei sind in fast jedem Turnier in Bayern für das Halbfinale gesetzt und haben sehr gute Chancen das Turnier zu gewinnen. Trotzdem reichte es bei diesem hohen Niveau nur für zwei neunte Plätze. Das unterstreicht unsere hervorragende Leistung. Platz 7 und Platz 5 hört sich zunächst nicht optimal an und entspricht auch nicht unserem Anspruch. Trotzdem sind wir sehr zufrieden mit diesen Ergebnissen. Nicht viele bayerische Teams können bessere Ergebnisse vorweisen. Die Bayerischen Meister der letzten zwei Jahre Kroha/Schlegel machten einen bock-starken dritten Platz in Kempten. Auf dem Weg dorthin konnten sie uns in einem – na klar- 3 Satz Match bezwingen. Dafür rächten wir uns in Ebersberg in der ersten Runde mit einem hauchdünnen 2:1 Sieg. Am Ende Platz 13 für die beiden. Nur einer aus den Anwärtern für die Bayerische Krone 2019 war wirklich besser: Carlos Burgis! In Kempten noch mit einem starken 5ten Platz mit seinem Standartpartner Jojo – die Feder- Klinkert. Unter anderem wurden Harms/Peemüller in den Looser-Baum geschickt. Noch besser das Ergebnis in Ebersberg: Bronze mit dem Notnagel Julius Höfer! Sie mussten von Anfang an durch die Looser Runde und das bei konstant über 30 Grad Außentemperaturen. Sie schickten unter anderem Harms/Peemüller und Rudolf/Wernitz unter die kalte Dusche. In ihrem Hitzerausch konnten auch wir sie nicht stoppen und unterlagen verdient im Viertelfinale mit – na klar- 2:1. Was bleibt unsere Erkenntnis von diesen zwei irren Turnieren? Erstens: Wir können noch Kroha/Schlegel schlagen. Zweitens: Wir können selbst mit einigen der besten Teams aus Deutschland mithalten. Drittens: Für den ganz großen „Wow-Effekt“ fehlt noch Konstanz. Viertens: Ein Beach-Volleyball Spiel dauert drei Sätze. Ich denke ein so enges Feld für die Bayerische Meisterschaft wie in diesem Jahr gab es noch nie. In meinen Augen sind Kroha/Schlegel, Beck/Doranth, Burgis/Klinkert, Sagstetter/Sagstetter, Höfer/Noack, Schweikart/Stooß, Kirchner/Seitz und wir fast auf einer Augenhöhe. Leichte Vorteile bei Kroha/Schlegel und den Sagstetter-Schwestern. Aber wetten für den 25ten August möchte ich nicht. Ich werde dafür weiter fleißig mit Carlos im Sand trainieren und Fabi wird weiter fleißig Golf spielen.

Schönwetterspieler

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BVV Beach Masters Kat.1 Freising

Bereits eine Woche nach dem großartigen Auftakt in Mühldorf geht’s weiter in Freising. Die Freisinger um den Schafkopfspezialisten Dejan Jankovic (DJ) haben anlässlich ihres 100-jährigen Vereinsjubiläums ein Kategorie 1 Turnier ausgetragen. An und für sich eine schöne Idee, aber ohne Center Court in der Innenstadt oder eingebettet in ein Volksfest verirren sich außer ein paar Mückenschwärme keine weiteren Lebewesen zu den Beach Plätzen. Somit handelt es sich um eine reine Insiderveranstaltung. Die Insider haben es aber in sich: Fast das komplette bayerische Oberhaus des Beach Volleyballs war angetreten, um wichtige Punkte für weitere Setzlisten zu sammeln. Nur Clemens Wickler hatte diesmal besseres zu tun, aber das muss jeder selbst wissen. Für uns standen als die ersten zwei Gegner, wie schon in der Vorwoche, Metzger/Vogel und Höfer/Noack bereit. In beiden Spielen konnten wir uns deutlich zu letzter Woche steigern und gewannen jeweils relativ deutlich in 2 Sätzen. Die Leistungskurve zeigt steil nach oben. Das Selbstvertrauen wächst. Es passieren immer weniger dumme Fehler und immer weniger spielerische Einbrüche, auf die unsere Gegner sonst immer bauen können. Im Gewinnerbaum Einzug Halbfinale kam es dann zum ersten Aufeinandertreffen mit den Sagstetter-Buben im Jahr 2019. Das Halbfinale der Beach-Weltmeisterschaft in Hamburg wurde unterbrochen, um unser Spiel dort live auf der Leinwand zu übertragen. Durch viele Blocks und geile Abwehrarbeit konnten wir sie bis zum 7:1 dominieren. Die beiden hatten wenig Lösungen parat. Dann passierte leider genau das mit dem man in Deutschland immer rechnen muss: Wetterumschwung von 25° und schöner Abendsonne in einen stürmischen Platzregen. Jeder Aufschlag wurde fies verweht, jede Annahme kaum zu kontrollieren. Im Angriff verlor man den Ball aus den Augen. Innerhalb von 3 Minuten stand es 7:7. Da sich das schlechte Wetter nur auf unserer Spielhälfte abspielte konnten die zwei kleinen immer besser ins Side-out finden und bei uns war definitiv der Wurm drin. Die Möglichkeit einer Auszeit kam uns aber nicht in den Sinn. Das Wetter beruhigte sich, unsere Nerven leider nicht. Den Satzball bei 20:19 konnten wir nicht nutzen. Den ersten Satzball der Gegner fiel uns durch ein Netzkanten-Ass vor unsere Füße. Konsequenterweise suchte ich die Ausrede weiter beim Wettergott (der sich schon längst wieder beruhigt hatte) und verweigerte den zweiten Satz. Positiv bleibt zu vermerken, dass wir die beide im Basketball kurz vor dem Spiel richtig nass gemacht haben. Zeit, um nach Hause zu fahren und das Spiel von Clemens Wickler gegen die Norweger in der Wiederholung zu genießen und in der Nacht von Blocks 50 cm in der gegnerischen Hälfte zu träumen. Mir würden eigentlich schon 5 cm reichen. Das Unglück nahm seinen Lauf mit der nächsten Paarung gegen Doranth/Malescha. Den beiden wollten wir nur zu gern aus dem Weg gehen und wenn dann erst im Finale begegnen. Für uns waren die zwei klarer Titelfavorit. Daniel Malescha gehört zu den zwei besten Diagonalspielern Deutschlands. Er spielt für den Rekordmeister VFB Friedrichshafen und flößt mit seiner Reichweite und Blockhöhe sogar Julius Höfer gewaltigen Respekt ein. Um einen Shot über diesen Kerl drüber zu bringen muss man die Flugkurve leider so hoch berechnen, dass am Ende Schnee auf dem Ball liegt. Trotzdem behaupteten wir uns gut. Im ersten Satz noch mit dem ein oder anderen Side-out Fehler zu viel konnten wir den zweiten Satz bis zum 17:10 dominieren, um ihn dann souverän 21:19 nach Hause zu schaukeln. Im dritten Satz landeten unsere Angriffe leider sehr oft wenige Zentimeter im Aus. Am Ende konnten die zwei Mecker- und Jammerlielsn zwar das Turnier gewinnen, müssen aber anerkennen, dass ich besser zuspielen kann als sie! Rückblickend war das Ergebnis zwar schlechter als in Mühldorf, aber die Formkurve zeigt eindeutig nach oben! Wir sind sowohl für das Kategorie 1 + Turnier in Kempten als auch in Ebersberg qualifiziert. Hier heißt das Ziel: Ein Spiel gewinnen und somit eine einstellige Platzierung zu erreichen! Damit könnten wir mächtig viele Punkte sammeln. Wir freuen uns riesig auf diese zwei Herausforderungen! Jetzt wird an Block und Aufschlag gefeilscht. Vielleicht auch ein bisschen am Angriff. Aber sicher nicht am Zuspiel!

Schmidwagner ist zurück!

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Heißer und vielversprechender Auftakt in Mühldorf

Während die Konkurrenz schon die letzten Wochen fleißig Punkte sammeln konnte war das BVV Kategorie 1 Turnier in Mühldorf der Auftakt für Schmid/Wagner für das Jahr 2019. Zu beschäftigt war der eine im OP Saal und der andere auf dem Golfplatz. Zu mehr als insgesamt 5 gemeinsamen Turnieren in diesem Sommer reicht der Zeitplan leider nicht aus. Auch diese knappe Anzahl an Turnieren ist nur theoretischer Natur, da man immerhin ein paar DVV Punkte, oder zumindest BVV Punkte benötigt, um in die hochklassigen Innenstadtturniere rein zu rutschen in denen wir so gerne baden. Wären wir doch nur als Frauen geboren, dann könnten wir einfach jedes Turnier in Bayern mitspielen. 

Dazu kommen im Alter immer mehr Blessuren. Bei mir wars weniger schlimm mit lediglich einem Außenbandriss am Sprunggelenk vor einer Woche. Aber der Fabi musste neben seinen, durch den ruppigen Golfschlag am laufen gehaltenen, chronischen Schulterschmerzen noch eine weitere schwere Verletzung aushalten: Zwei riesige Blasen an den beiden kleinen Zehen! Großer Onkel, Zeigezeh, Stinkezeh und Ringzeh sind in den Golfschuhen wohlig eingebettet, aber für die kleinen Zehen reicht einfach der Platz nicht aus. Dieses kleine Geheimnis konnten wir aber gut für uns behalten und somit lag die ganze Annahmelast wieder wie gewohnt Spiel für Spiel auf meinen schmächtigen Schultern. Diese drohten bereits im ersten Spiel gegen Metzger/Vogel zusammenzubrechen. Zum Glück reichte unsere Routine gegen die zwei Nachwuchsspieler aber zu einem gewohnt knappen Sieg.

In der nächsten Gewinnerrunde erwartete uns schon mit gezücktem Selfie-Stick das Instagram-Team Höfer/Noack. Die beiden 1,95 Meter und 2,02 Meter großen Unterwäschemodels, die für Umweltschutz der Ozeane, Sixpack, Haifisch-Halsketten, Muscheltauchen und Weltfriede stehen wollten ihren Followern beweisen, dass sie weiterhin das angesagteste Beach Volleyball Team nördlich der Copacabana sind. Im Laufe des ersten Satzes schwoll ihnen die gebräunte Brust auch zurecht immer weiter an. Zu sehr hatten sie meine kläglichen Angriffsversuche im Sack und fischten entweder im Block die Bälle ab oder ließen sie grinsend ins Aus gewähren. Zum Glück stabilisierte sich mein Angriff in Satz 2 und wir konnten uns hauchdünn in den Tiebreak retten. In diesem dritten Satz boten wir unser bestes Volleyball des gesamten Turniers auf und konnten uns durch gute Blockarbeit und herausragender Abwehrleistung Punkt für Punkt absetzen und das Spiel überraschend zu unseren Gunsten entscheiden. Somit durften wir uns für die Niederlage auf der Bayerischen Meisterschaft letztes Jahr revanchieren. Ich fürchte wir werden uns an diesen beiden Grinsebären noch das ein oder andere Mal die Zähne ausbeißen. Bis dahin werden wir Team Höfer/Noack (Gemeinsam mit 100 Boys und 20.000 Girls) weiter auf Instagram und Facebook followen und freuen uns riesig auf weitere, nur minimal zensierte, Duschfotos!

Das Turnier bewegte sich langsam aber sicher auf den unumstrittenen Höhepunkt zu. Dieser ist, im Gegensatz zu allen anderen Turnieren, nicht das Finale am Sonntag sondern das letzte Spiel Samstagabend. Dazu muss man wissen, dass dieses Kategorie 1 Turnier in das Mühldorfer Altstadtfest integriert ist und die Moderation das Traumduo „Pfeilgrad Entertainment“ führt. Diese zwei völlig verrückten, Möchtegern Österreicher schaffen es mit einer pfeilgraden Präzision die Zuschauer und sich selbst gegen 21 Uhr auf den besten Pegel zu bringen. Dabei bringen sie gewagte Sprüche und passende Einspielungen, so dass selbst U-Bahn Kontrolleure Tränen lachen müssen. Somit besteht das Publikum, auch anders als bei anderen Turnieren, zu 90% aus Nicht-Volleyballern. Das entspricht genau unserem Geschmack. Anstatt höflichem Beifall, oder wertschätzenden Oooohs und Aaaaahs werden in einer solch aufgeheizten Stimmung tönender Beifall, Gesänge und Buh Rufe wie in einem Eishockeystadion praktiziert. Man versteht sein eigenes Wort nicht. Kinder und übertrieben alkoholisierte Jugendliche und Rentner sitzen und torkeln nur wenige Dezimeter von den Feldbegrenzungen herum. In einem anderen Turnierformat undenkbar, ist dieses Gefühl dort als Gladiator einzulaufen einer der Gründe warum man den ganzen Zirkus mitmacht. Vor ca 600 Zuschauern boten wir den Bayerischen Meistern der letzten zwei Jahre und den späteren verdienten Turniersiegern Kroha/Schlegel die Stirn und es fehlte nicht viel, um dieses 3 Satz Match für uns zu entscheiden. Darum geht es aber gar nicht. Wenn Beach Volleyball es schafft eine solche Stimmung zu erzeugen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Begeisterung!

Der bereits mindestens erreichte 5te Platz bedeutete für uns schon mächtig viele Punkte und gute Chancen für weitere Turnierteilnahmen. Den Abend konnten wir zufrieden bei einem Bierchen ausklingen lassen. Zeit das Wetter, das Stadtfest, die Freunde, Familie und den Moment zu genießen.  

Dank unserer mentalen Stärke, konnten wir dem Gruppenzwang wiederstehen mit den vernünftigen Bierbennis, Becks`s`ses und Pfeilgräder die Mühldorfer Partyszene zu rocken und machten uns auf den Weg zu Fabis Familienschloss. Im Gepäck: Unsere nächsten Gegner Burgis/Klinkert. Als wir diese im Westflügel einquartiert haben gabs noch ein Abendessen, welches für 20 Personen gereicht hätte. 

Somit war alles für Sonntag 10 Uhr gerichtet: Das Duell gegen meine Trainingspartner und lieben Freunde Carlos Burgis und Jojo Klinkert. Carlos und ich waren schon 2 mal zusammen im Urlaub und kennen uns in und auswendig. Es ist das Team dem ich immer am festesten die Daumen drück und wenn sie gewinnen freu ich mich genauso als ob ich selbst gewonnen hätte. Zusammen arbeiten wir daran uns im Training die Stärken zu stärken uns unsere Schwächen aufzudecken. Leider gibt’s bei den beiden vielbeschäftigten Studenten kaum mehr Schwächen. Jojo Klinkert ist exakt so groß wie ich und ähnlich Muskel-bepackt. Trotzdem wiegt er 20 kg weniger. Das macht mich zum einen leicht depressiv, zum anderen kommt da meine ärztliche Fürsorge ins Spiel. Wenn ich mir dann aber ansehe mit welcher Hingabe er 3 volle Teller Spaghetti Bolognese im Speisesaal der Wagners verdrückt beruhigt mich das Ganze wieder. Im Training flößt mir sein Krakenblock mächtig Angst ein. In diesem Spiel kann er mich lediglich 12 mal blocken. Geschenkt. Der andere, dieser Carlos, ist fast noch gefährlicher. Mit seiner Stahlbrust hat er zuvor mit einem (weichen) Beach Volleyball eine Fensterscheibe zerschossen. Auwehzwick! Im ersten Satz spielen wir meine vorgeschlagene Taktik (weil ich die beiden ja so gut aus dem Training kenn): Alles auf den Carlos. Nach dem 13:21 im ersten Satz dann die ernüchternde Anmerkung von Fabi: „Na gut Consti, ich hatte ihn in der Abwehr kein einziges Mal. Wie oft hast du ihn geblockt?“ Ohne diese Antwort zu präzisieren wechselten wir im stillen Einverständnis auf seinen Partner mit Body-Mass-Index 19. Die Umstellung fruchtete. Zwar nicht unbedingt, weil wir den Schlacks besser im Griff hatten, aber durch die Mehrbelastung zeigten sich winzige Lücken im Block die ich gut nutzen konnte. Es entwickelte sich schließlich ein richtig spannendes Spiel auf hohem Niveau. Wir schenkten uns einander nichts. Gewinnen konnten wir dieses Spiel, welches keinen Verlierer verdient hatte, aber nur wegen einer Sache: Fair Play. Carlos gab zu, dass einer meiner Angriffe noch die letzten Millimeter der Außenline berührt hatte, für den Schiedsrichter nicht zu sehen. Jojo gab gleich zweimal einen Touch im Block zu, einer davon beim Spielstand 15:15. Hierfür kann ich mich gar nicht tief genug verneigen. Was andere, zum Teil mehrfache Bayerische Meister, noch nicht verstanden haben zeigen diese zwei Jungspunde: Fairness gewinnt auf Dauer immer. Die Pokale verstauben. Zu diesem Zeitpunkt tat es mir auch leid, dass ich in die Spaghetti Bolognese des Vortags Abführmittel untergerührt hab.

Halbfinale! Bei angenehmen Temperaturen um die 36 Grad im Schatten spielten wir um 13 Uhr gegen die Nummer eins der Setzliste: Beck/Doranth. Wieder einer meiner genialen Ideen war es bei dieser Mittagshitze auf den roten Kopf von Yannic Beck zu zielen. Nach der Hälfte des ersten Satzes verzeichneten wir zwar einen Teilerfolg (die Farbe seiner Ohrwaschel wechselten bereits ins dunkel-lila) aber so richtig punkten ließ sich über den Worzeldorfer nicht. Somit mussten wir über den unangenehmen Linkshänder gehen. Es lief besser als befürchtet. Wir konnten ihnen einen Satz abluchsen, konnten den Bene immer wieder in Block-Feldabwehr entwaffnen. Dies war auch das einzige Spiel in disem Turnier in dem ich keinen völligen Einbruch in einem der ersten zwei Sätze hatte. Nur einmal traf mich eine Hitzewelle besonders heftig, als im dritten Satz beim Spielstand von 1:2 durch meinen Kopf geisterte eine Zuspielfinte auszutesten. Nachdem der Ball nicht einmal das Netz berühren konnte wollte mein Partner bereits eine Auszeit nehmen. Aber die brauchte mein inzwischen entgeisterter Kopf noch für später, also machten wir schnell den Anschlusspunkt zum Seitenwechsel. Gesehen hatte es eh keiner. Warum haben wir dieses Spiel am Ende eigentlich verloren? Ich weiß gar nicht so genau. Wahrscheinlich zu wenig aus der eigenen Abwehr gemacht. Wir haben wirklich großartig gespielt und können mächtig stolz sein.

Eigentlich war das das gefühlte würdige Ende unseres Turniers. Aber Flo -die Heuschrecke- Schweikart und Niklas Stooß wollten noch ein bisschen bei den angenehmen Temperaturen und dem gut spielbaren Treibsand der Side-Courts trainieren. Also haben wir uns als Trainingspartner angeboten und so das Spiel um Platz 3 ausgespielt. Nach dem ersten Satz haben die zwei aber so enttäuscht dreingeschaut (7:15 ohne Gegenwehr), dass wir uns doch noch mal einen Ruck gegeben haben. Weils gar so schön war gings natürich in den dritten Satz. Wer gewonnen hat weiß ich nicht mehr. Mir wurde schwarz vor Augen. Aufgewacht bin ich wieder in der Sprenkelanlage des Fußballplatzes wo sich Flo und Fabi duelliert haben wer den schöneren Regenbogen über seinen Allerwertesten produzieren kann.

Am Ende bleibt die Frage wie man bei einem 24er Baum und 257:262 Bällen dritter werden kann?!

Wir freuen uns auf nächste Woche in Freising!!