Schmidwagner ist zurück!

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Heißer und vielversprechender Auftakt in Mühldorf

Während die Konkurrenz schon die letzten Wochen fleißig Punkte sammeln konnte war das BVV Kategorie 1 Turnier in Mühldorf der Auftakt für Schmid/Wagner für das Jahr 2019. Zu beschäftigt war der eine im OP Saal und der andere auf dem Golfplatz. Zu mehr als insgesamt 5 gemeinsamen Turnieren in diesem Sommer reicht der Zeitplan leider nicht aus. Auch diese knappe Anzahl an Turnieren ist nur theoretischer Natur, da man immerhin ein paar DVV Punkte, oder zumindest BVV Punkte benötigt, um in die hochklassigen Innenstadtturniere rein zu rutschen in denen wir so gerne baden. Wären wir doch nur als Frauen geboren, dann könnten wir einfach jedes Turnier in Bayern mitspielen. 

Dazu kommen im Alter immer mehr Blessuren. Bei mir wars weniger schlimm mit lediglich einem Außenbandriss am Sprunggelenk vor einer Woche. Aber der Fabi musste neben seinen, durch den ruppigen Golfschlag am laufen gehaltenen, chronischen Schulterschmerzen noch eine weitere schwere Verletzung aushalten: Zwei riesige Blasen an den beiden kleinen Zehen! Großer Onkel, Zeigezeh, Stinkezeh und Ringzeh sind in den Golfschuhen wohlig eingebettet, aber für die kleinen Zehen reicht einfach der Platz nicht aus. Dieses kleine Geheimnis konnten wir aber gut für uns behalten und somit lag die ganze Annahmelast wieder wie gewohnt Spiel für Spiel auf meinen schmächtigen Schultern. Diese drohten bereits im ersten Spiel gegen Metzger/Vogel zusammenzubrechen. Zum Glück reichte unsere Routine gegen die zwei Nachwuchsspieler aber zu einem gewohnt knappen Sieg.

In der nächsten Gewinnerrunde erwartete uns schon mit gezücktem Selfie-Stick das Instagram-Team Höfer/Noack. Die beiden 1,95 Meter und 2,02 Meter großen Unterwäschemodels, die für Umweltschutz der Ozeane, Sixpack, Haifisch-Halsketten, Muscheltauchen und Weltfriede stehen wollten ihren Followern beweisen, dass sie weiterhin das angesagteste Beach Volleyball Team nördlich der Copacabana sind. Im Laufe des ersten Satzes schwoll ihnen die gebräunte Brust auch zurecht immer weiter an. Zu sehr hatten sie meine kläglichen Angriffsversuche im Sack und fischten entweder im Block die Bälle ab oder ließen sie grinsend ins Aus gewähren. Zum Glück stabilisierte sich mein Angriff in Satz 2 und wir konnten uns hauchdünn in den Tiebreak retten. In diesem dritten Satz boten wir unser bestes Volleyball des gesamten Turniers auf und konnten uns durch gute Blockarbeit und herausragender Abwehrleistung Punkt für Punkt absetzen und das Spiel überraschend zu unseren Gunsten entscheiden. Somit durften wir uns für die Niederlage auf der Bayerischen Meisterschaft letztes Jahr revanchieren. Ich fürchte wir werden uns an diesen beiden Grinsebären noch das ein oder andere Mal die Zähne ausbeißen. Bis dahin werden wir Team Höfer/Noack (Gemeinsam mit 100 Boys und 20.000 Girls) weiter auf Instagram und Facebook followen und freuen uns riesig auf weitere, nur minimal zensierte, Duschfotos!

Das Turnier bewegte sich langsam aber sicher auf den unumstrittenen Höhepunkt zu. Dieser ist, im Gegensatz zu allen anderen Turnieren, nicht das Finale am Sonntag sondern das letzte Spiel Samstagabend. Dazu muss man wissen, dass dieses Kategorie 1 Turnier in das Mühldorfer Altstadtfest integriert ist und die Moderation das Traumduo „Pfeilgrad Entertainment“ führt. Diese zwei völlig verrückten, Möchtegern Österreicher schaffen es mit einer pfeilgraden Präzision die Zuschauer und sich selbst gegen 21 Uhr auf den besten Pegel zu bringen. Dabei bringen sie gewagte Sprüche und passende Einspielungen, so dass selbst U-Bahn Kontrolleure Tränen lachen müssen. Somit besteht das Publikum, auch anders als bei anderen Turnieren, zu 90% aus Nicht-Volleyballern. Das entspricht genau unserem Geschmack. Anstatt höflichem Beifall, oder wertschätzenden Oooohs und Aaaaahs werden in einer solch aufgeheizten Stimmung tönender Beifall, Gesänge und Buh Rufe wie in einem Eishockeystadion praktiziert. Man versteht sein eigenes Wort nicht. Kinder und übertrieben alkoholisierte Jugendliche und Rentner sitzen und torkeln nur wenige Dezimeter von den Feldbegrenzungen herum. In einem anderen Turnierformat undenkbar, ist dieses Gefühl dort als Gladiator einzulaufen einer der Gründe warum man den ganzen Zirkus mitmacht. Vor ca 600 Zuschauern boten wir den Bayerischen Meistern der letzten zwei Jahre und den späteren verdienten Turniersiegern Kroha/Schlegel die Stirn und es fehlte nicht viel, um dieses 3 Satz Match für uns zu entscheiden. Darum geht es aber gar nicht. Wenn Beach Volleyball es schafft eine solche Stimmung zu erzeugen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Begeisterung!

Der bereits mindestens erreichte 5te Platz bedeutete für uns schon mächtig viele Punkte und gute Chancen für weitere Turnierteilnahmen. Den Abend konnten wir zufrieden bei einem Bierchen ausklingen lassen. Zeit das Wetter, das Stadtfest, die Freunde, Familie und den Moment zu genießen.  

Dank unserer mentalen Stärke, konnten wir dem Gruppenzwang wiederstehen mit den vernünftigen Bierbennis, Becks`s`ses und Pfeilgräder die Mühldorfer Partyszene zu rocken und machten uns auf den Weg zu Fabis Familienschloss. Im Gepäck: Unsere nächsten Gegner Burgis/Klinkert. Als wir diese im Westflügel einquartiert haben gabs noch ein Abendessen, welches für 20 Personen gereicht hätte. 

Somit war alles für Sonntag 10 Uhr gerichtet: Das Duell gegen meine Trainingspartner und lieben Freunde Carlos Burgis und Jojo Klinkert. Carlos und ich waren schon 2 mal zusammen im Urlaub und kennen uns in und auswendig. Es ist das Team dem ich immer am festesten die Daumen drück und wenn sie gewinnen freu ich mich genauso als ob ich selbst gewonnen hätte. Zusammen arbeiten wir daran uns im Training die Stärken zu stärken uns unsere Schwächen aufzudecken. Leider gibt’s bei den beiden vielbeschäftigten Studenten kaum mehr Schwächen. Jojo Klinkert ist exakt so groß wie ich und ähnlich Muskel-bepackt. Trotzdem wiegt er 20 kg weniger. Das macht mich zum einen leicht depressiv, zum anderen kommt da meine ärztliche Fürsorge ins Spiel. Wenn ich mir dann aber ansehe mit welcher Hingabe er 3 volle Teller Spaghetti Bolognese im Speisesaal der Wagners verdrückt beruhigt mich das Ganze wieder. Im Training flößt mir sein Krakenblock mächtig Angst ein. In diesem Spiel kann er mich lediglich 12 mal blocken. Geschenkt. Der andere, dieser Carlos, ist fast noch gefährlicher. Mit seiner Stahlbrust hat er zuvor mit einem (weichen) Beach Volleyball eine Fensterscheibe zerschossen. Auwehzwick! Im ersten Satz spielen wir meine vorgeschlagene Taktik (weil ich die beiden ja so gut aus dem Training kenn): Alles auf den Carlos. Nach dem 13:21 im ersten Satz dann die ernüchternde Anmerkung von Fabi: „Na gut Consti, ich hatte ihn in der Abwehr kein einziges Mal. Wie oft hast du ihn geblockt?“ Ohne diese Antwort zu präzisieren wechselten wir im stillen Einverständnis auf seinen Partner mit Body-Mass-Index 19. Die Umstellung fruchtete. Zwar nicht unbedingt, weil wir den Schlacks besser im Griff hatten, aber durch die Mehrbelastung zeigten sich winzige Lücken im Block die ich gut nutzen konnte. Es entwickelte sich schließlich ein richtig spannendes Spiel auf hohem Niveau. Wir schenkten uns einander nichts. Gewinnen konnten wir dieses Spiel, welches keinen Verlierer verdient hatte, aber nur wegen einer Sache: Fair Play. Carlos gab zu, dass einer meiner Angriffe noch die letzten Millimeter der Außenline berührt hatte, für den Schiedsrichter nicht zu sehen. Jojo gab gleich zweimal einen Touch im Block zu, einer davon beim Spielstand 15:15. Hierfür kann ich mich gar nicht tief genug verneigen. Was andere, zum Teil mehrfache Bayerische Meister, noch nicht verstanden haben zeigen diese zwei Jungspunde: Fairness gewinnt auf Dauer immer. Die Pokale verstauben. Zu diesem Zeitpunkt tat es mir auch leid, dass ich in die Spaghetti Bolognese des Vortags Abführmittel untergerührt hab.

Halbfinale! Bei angenehmen Temperaturen um die 36 Grad im Schatten spielten wir um 13 Uhr gegen die Nummer eins der Setzliste: Beck/Doranth. Wieder einer meiner genialen Ideen war es bei dieser Mittagshitze auf den roten Kopf von Yannic Beck zu zielen. Nach der Hälfte des ersten Satzes verzeichneten wir zwar einen Teilerfolg (die Farbe seiner Ohrwaschel wechselten bereits ins dunkel-lila) aber so richtig punkten ließ sich über den Worzeldorfer nicht. Somit mussten wir über den unangenehmen Linkshänder gehen. Es lief besser als befürchtet. Wir konnten ihnen einen Satz abluchsen, konnten den Bene immer wieder in Block-Feldabwehr entwaffnen. Dies war auch das einzige Spiel in disem Turnier in dem ich keinen völligen Einbruch in einem der ersten zwei Sätze hatte. Nur einmal traf mich eine Hitzewelle besonders heftig, als im dritten Satz beim Spielstand von 1:2 durch meinen Kopf geisterte eine Zuspielfinte auszutesten. Nachdem der Ball nicht einmal das Netz berühren konnte wollte mein Partner bereits eine Auszeit nehmen. Aber die brauchte mein inzwischen entgeisterter Kopf noch für später, also machten wir schnell den Anschlusspunkt zum Seitenwechsel. Gesehen hatte es eh keiner. Warum haben wir dieses Spiel am Ende eigentlich verloren? Ich weiß gar nicht so genau. Wahrscheinlich zu wenig aus der eigenen Abwehr gemacht. Wir haben wirklich großartig gespielt und können mächtig stolz sein.

Eigentlich war das das gefühlte würdige Ende unseres Turniers. Aber Flo -die Heuschrecke- Schweikart und Niklas Stooß wollten noch ein bisschen bei den angenehmen Temperaturen und dem gut spielbaren Treibsand der Side-Courts trainieren. Also haben wir uns als Trainingspartner angeboten und so das Spiel um Platz 3 ausgespielt. Nach dem ersten Satz haben die zwei aber so enttäuscht dreingeschaut (7:15 ohne Gegenwehr), dass wir uns doch noch mal einen Ruck gegeben haben. Weils gar so schön war gings natürich in den dritten Satz. Wer gewonnen hat weiß ich nicht mehr. Mir wurde schwarz vor Augen. Aufgewacht bin ich wieder in der Sprenkelanlage des Fußballplatzes wo sich Flo und Fabi duelliert haben wer den schöneren Regenbogen über seinen Allerwertesten produzieren kann.

Am Ende bleibt die Frage wie man bei einem 24er Baum und 257:262 Bällen dritter werden kann?!

Wir freuen uns auf nächste Woche in Freising!!

FaWa

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